Was weiß Instagram über dich? Der Datenexport
Meta speichert deutlich mehr, als im Profil sichtbar ist. Dazu gehören dein vollständiger Suchverlauf, jedes Like und jeder Kommentar. Dazu kommen abgeleitete Werbeinteressen, genutzte Geräte und Anmeldeorte. Und schließlich hochgeladene Kontakte sowie Daten über dein Verhalten auf fremden Websites. Das meiste davon kannst du dir selbst ansehen.
Der Datenexport setzt dein Auskunftsrecht praktisch um.
Zwei Minuten Klickarbeit, und du hast die Liste vor dir. Das ist konkreter als jede allgemeine Datenschutzdiskussion.
Was steht im Export?
10 Kategorien stecken im Export, und die letzten 2 überraschen die meisten: hochgeladene Telefonkontakte und eine Liste externer Aktivitäten. Diese Liste ist oft mehrere hundert Einträge lang. Die letzten beiden Zeilen sind für die meisten die eigentliche Überraschung.
| Kategorie | Inhalt |
|---|---|
| Verbindungen | Follower, Gefolgte, Blockierte, Enge Freunde |
| Aktivität | Likes, Kommentare, Story-Reaktionen |
| Suchverlauf | alle Personen- und Hashtag-Suchen |
| Nachrichten | vollständige Chatverläufe |
| Medien | Fotos und Videos in Originalqualität |
| Werbeinteressen | von Meta abgeleitete Themen |
| Geräteinformationen | Modelle, Betriebssysteme, Sprache |
| Anmeldeaktivität | Zeitpunkte und Orte |
| Hochgeladene Kontakte | Namen und Nummern aus deinem Adressbuch |
| Aktivität außerhalb von Meta | Websites und Apps, die Daten gemeldet haben |
Die letzten beiden Zeilen sind für die meisten die Überraschung. Die Kontaktliste enthält Menschen, die Instagram nie genutzt haben. Die Liste externer Aktivitäten ist oft mehrere hundert Einträge lang.

Wie forderst du ihn an?
5 Schritte. Schritt 5 ist der, den fast alle auslassen — einen nie geöffneten Export hat man nicht wirklich.
Schritt 1: Datenübersicht öffnen
Profil, Menü, „Deine Aktivität“, dann „Deine Informationen herunterladen“.
Schritt 2: Umfang wählen
„Alle Informationen“ liefert das vollständige Bild, kann aber mehrere Gigabyte groß werden und Stunden dauern. Für einen ersten Überblick reichen einzelne Kategorien.
Schritt 3: Format wählen
HTML ist zum Durchsehen im Browser angenehmer, JSON zum maschinellen Auswerten. Für Follower-Listen ist JSON die richtige Wahl.
Schritt 4: Auf die E-Mail warten
Meta schickt einen Downloadlink. Bei kleinen Auswahlen dauert das 5 bis 30 Minuten, bei vollständigen Exporten deutlich länger.
Schritt 5: Die Datei tatsächlich öffnen
Der häufigste Fehler ist, den Export anzufordern und nie hineinzusehen. Die interessanten Teile sind der Suchverlauf, die Werbeinteressen und die Liste externer Aktivitäten.
Was steht nicht drin?
Ebenfalls aufschlussreich. Der Export enthält keine Angaben darüber, wer dein Profil besucht hat – weil Instagram das nicht speichert. Er enthält auch keine Historie deiner Follower. Wer dir früher folgte und heute nicht mehr, taucht schlicht nicht auf.
Das ist der Grund, warum es keine rückwirkende Unfollower-Liste gibt. Der Export zeigt einen Zustand, keine Entwicklung. Wer die Entwicklung sehen will, muss zwei Stände vergleichen. Unfollowers Tracker ZIP tut genau das, im Browser und ohne Passwort. Wie der Export dafür einzustellen ist, steht im Beitrag über den Datenexport.
Welche Rechte hast du?
In der EU mehrere, und sie sind durchsetzbar. Die Grundlage des Exports sind zwei Rechte. Artikel 15 DSGVO gibt dir Auskunft, Artikel 20 die Übertragbarkeit. Meta darf dafür nichts verlangen und muss innerhalb eines Monats liefern.
Dazu kommen das Recht auf Berichtigung, auf Löschung und auf Widerspruch gegen bestimmte Verarbeitungen. Am wirksamsten ist der Widerspruch gegen die Nutzung externer Aktivitätsdaten für Werbung. Wie das geht, steht im Beitrag über Instagram- Werbung.
Was solltest du danach tun?
Drei Dinge, die sich aus dem Export fast immer ergeben. Erstens: hochgeladene Kontakte löschen, wenn du die Synchronisierung nie bewusst aktiviert hast. Zweitens: die Liste der Aktivitäten außerhalb von Meta trennen. Drittens: die verbundenen Apps durchsehen. Bei älteren Konten stehen dort regelmäßig Dienste, an die sich niemand erinnert.
Welche drei Listen solltest du zuerst öffnen?
Der vollständige Export ist groß und unübersichtlich. Wer nur begrenzt Zeit hat, findet in drei Bereichen den größten Erkenntnisgewinn.
Aktivitäten außerhalb der Meta-Technologien. Die Liste der Websites und Apps, die Daten über dich gemeldet haben. Bei den meisten Nutzern mehrere hundert Einträge — der Moment, in dem das Thema konkret wird.
Was davon ein fremdes Netzwerk mitbekommt, steht im Beitrag darüber, ob der WLAN-Besitzer deine Aktivität sieht.
Hochgeladene Kontakte. Namen und Telefonnummern aus deinem Adressbuch, oft von Menschen, die Instagram nie genutzt haben. Sie stammen aus einer Kontaktsynchronisierung, die viele nie bewusst aktiviert haben.
Werbeinteressen. Die von Meta abgeleiteten Themen. Sie sind aufschlussreich, weil sie zeigen, welches Bild aus deinem Verhalten entstanden ist — und manchmal, wie treffend oder wie falsch es ist.
Alle drei lassen sich direkt in den Einstellungen einsehen und bereinigen, ohne den vollständigen Export abzuwarten.
Was kannst du löschen lassen?
Mehr, als die meisten versuchen. Suchverlauf und Werbeinteressen lassen sich direkt in den Einstellungen entfernen, hochgeladene Kontakte im Konten-Center, und externe Aktivitätsdaten über die entsprechende Funktion.
Darüber hinaus greift Artikel 17 der Datenschutz-Grundverordnung, das Recht auf Löschung. Es ist nicht unbegrenzt. Meta darf Daten behalten, die für den Betrieb nötig sind oder aus rechtlichen Gründen. Für abgeleitete Werbedaten gilt das in der Regel nicht.
Praktisch läuft eine solche Anfrage über das Hilfeformular. Meta muss innerhalb eines Monats reagieren, und wenn die Antwort ausbleibt oder unzureichend ist, ist die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde der nächste Schritt. Für Meta in Europa ist das die irische Datenschutzkommission.
Warum ist der Export mehr als eine Datenschutzübung?
Weil er der einzige Weg ist, an Daten zu kommen, die die App selbst nicht anzeigt. Deine Follower-Liste als vollständige Datei bekommst du nirgends sonst. In der App lädt sie blockweise. Durchsuchen oder vergleichen lässt sie sich nicht.
Genau darauf beruht die einzige verlässliche Methode, die eigene Followerentwicklung nachzuvollziehen. Zwei Exportstände, dazwischen die Differenz. Das ist der gesamte Mechanismus. Er funktioniert seit Jahren unverändert, weil er auf einem Recht beruht und nicht auf einer Produktentscheidung.
Wer den Export nur einmal aus Neugier anfordert, verschenkt genau diesen Nutzen. Der Wert entsteht durch die Reihe.
FAQ
5 Fragen zum Datenexport und zu den Rechten aus der DSGVO.
Kostet der Datenexport etwas?
Nein. Das Auskunftsrecht ist gesetzlich verankert, und Meta darf dafür kein Entgelt verlangen.
Wie lange dauert es?
Bei einzelnen Kategorien meist 5 bis 30 Minuten. Ein vollständiger Export kann mehrere Stunden dauern.
Kann ich einzelne Daten löschen lassen?
Suchverlauf und Werbeinteressen ja, direkt in den Einstellungen. Für weitergehende Löschungen gibt es das Anfrageformular.
Enthält der Export gelöschte Beiträge?
Beiträge aus dem Papierkorb innerhalb von 30 Tagen ja. Endgültig gelöschte nicht.
Sieht jemand, dass ich meine Daten exportiere?
Nein. Der Export ist ein privater Vorgang deines eigenen Kontos.
Wenn du eine Sache anschaust: die Liste „Aktivitäten außerhalb der Meta-Technologien“. Sie macht abstrakten Datenschutz in 1 Minute konkret.
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