Instagram-Wachstum mit Unfollower-Analyse
Aus Abgangsdaten wird eine Wachstumsstrategie, sobald du drei Dinge zusammenbringst: das Zeitfenster des Abgangs, die Art der abgegangenen Konten und die Beiträge aus diesem Zeitraum. Erst diese Kombination sagt dir, welches Format Leute hält und welches sie vertreibt – die Followerzahl allein sagt es nie.
Der Beitrag setzt voraus, dass du monatlich Datenexporte anlegst. Ohne diese Reihe funktioniert keine der folgenden Auswertungen.
Welche Auswertungen lohnen sich?
6 Auswertungen mit ihrem jeweiligen Datenbedarf. Nur 1 davon funktioniert mit einem einzigen Export — alle anderen brauchen mindestens 2 Stände. Die letzte Zeile wird am häufigsten übersehen und verzerrt die meisten Auswertungen.
| Auswertung | Was du brauchst | Was sie beantwortet |
|---|---|---|
| Schub-Datierung | zwei Exporte | Welcher Beitrag hat gekostet |
| Gruppenanalyse | Namen der Abgänge | Welche Zielgruppe ist gegangen |
| Netto-Verlauf | Zuwachs und Abgang | Wächst das Konto wirklich |
| Kohorten | drei oder mehr Exporte | Wie lange bleiben neue Follower |
| Formatbewertung | Exporte plus Beitragsstatistik | Welches Format hält Leute |
| Bereinigungsanteil | Namen der Abgänge | Wie viel war nie ein Mensch |
Die letzte Zeile wird am häufigsten übersehen und verzerrt die meisten Auswertungen. Wer Fake-Bereinigungen als echten Abgang zählt, sucht nach Ursachen, die es nicht gibt.

Wie datierst du einen Schub?
5 Schritte. Bei monatlichen Exporten ist das Zeitfenster 30 Tage breit; ein Zwischenexport verengt es auf wenige Tage. Ohne diese Reihe funktioniert keine der übrigen Auswertungen. Ohne diese Reihe funktioniert keine der übrigen Auswertungen.
Schritt 1: Lege eine monatliche Exportreihe an
Fester Termin, etwa der Monatsanfang. Jede Datei mit Datum aufheben – der Unfollowers Tracker liest sie im Browser aus, ohne dass du ein Passwort weitergibst.
Schritt 2: Bilde die Differenz zweier Stände
Die Namen, die im älteren Stand stehen und im neueren fehlen, sind deine Abgänge. Das Zeitfenster ist der Abstand zwischen beiden Exporten.
Schritt 3: Grenze das Fenster ein
Bei monatlichen Exporten ist das Fenster 30 Tage breit. Wer einen Schub genauer zuordnen will, legt in Wochen mit Kooperationen oder Formatwechseln einen Zwischenexport an.
Schritt 4: Leg die Beitragsliste daneben
Welche Beiträge fallen in dieses Fenster? Kooperationen, Themenwechsel und Posting-Schübe stechen dabei fast immer heraus.
Schritt 5: Prüfe die Art der Konten
Stichprobe von 10 bis 20 abgegangenen Profilen. Kommen sie aus einer Nische, war es der Inhalt. Sind es Konten ohne Profilbild und Beiträge, war es eine Bereinigung.
Was ist eine Kohortenanalyse?
Sie beantwortet die Frage, die für Wachstum am wichtigsten ist: Wie lange bleiben Leute, die du neu gewinnst? Sie beantwortet die für Wachstum wichtigste Frage überhaupt: Wie lange bleiben Leute, die du neu gewinnst?
Dafür brauchst du mindestens drei Exporte. Die Konten, die im zweiten Export neu auftauchen, sind deine Januar-Kohorte. Im dritten Export prüfst du, wie viele davon noch da sind. Eine Kohorte, von der nach 2 Monaten 80 Prozent bleiben, ist gesund. Bleiben nur 40 Prozent, gewinnst du die falschen Leute – typisch nach Gewinnspielen und nach viral gelaufenen Reels ohne Bezug zu deinem Kernthema.
Das ist die nützlichste Einzelauswertung überhaupt, weil sie Wachstum von Durchlauf unterscheidet. Ein Konto, das monatlich 300 gewinnt und 280 verliert, sieht in der Profilzahl stabil aus und ist in Wahrheit ein Drehtür-Konto.
Wie bewertest du Formate?
Kombiniere zwei Quellen. Aus der Beitragsstatistik nimmst du Verweildauer, Speicherungen und Weiterleitungen; aus den Exporten nimmst du den Abgang im selben Zeitraum. Aus der Kombination ergeben sich vier Fälle, und der zweite ist der lehrreichste.
Vier Fälle ergeben sich daraus:
- Hohe Speicherungen, niedriger Abgang. Das Format ausbauen – es zieht und hält.
- Hohe Reichweite, hoher Abgang. Zieht die falschen Leute an. Typisch für Reels außerhalb des Kernthemas.
- Niedrige Reichweite, niedriger Abgang. Solide, unspektakulär. Als Grundlast behalten.
- Niedrige Reichweite, hoher Abgang. Streichen.
Der zweite Fall ist der lehrreichste, weil er in der Profilzahl gut aussieht. Wer nur auf Reichweite optimiert, baut sich genau diese Drehtür.
Welche Fehler verzerren die Auswertung?
Am häufigsten diese drei. Erstens zu kurze Abstände: Wochenvergleiche messen Rauschen, weil einzelne Beiträge stark schwanken. Zweitens fehlender Zuwachs: Ein Abgang ohne die Gegenzahl ist bedeutungslos. Drittens die nicht abgezogenen Bereinigungen. Vier Fehler kommen dabei immer wieder vor, und alle vier führen dazu, dass aus richtigen Zahlen falsche Schlüsse werden.
Wie stark Abgänge überhaupt auf die Reichweite wirken, ist im Beitrag über Follower-Verlust und Reichweite durchgerechnet.
Wie erkennst du ein Drehtür-Konto?
Es ist der häufigste unerkannte Zustand bei Konten, die sich trotz Aktivität nicht weiterentwickeln. Von außen sieht alles gut aus: regelmäßiger Zuwachs, stabile Zahl im Profil. Tatsächlich fließt Publikum durch, ohne zu bleiben.
Die Rechnung ist einfach. Ein Konto gewinnt monatlich 300 und verliert 280. Netto sind das 20 im Monat, also 240 im Jahr — bei einem Aufwand, der einem Wachstum von 3.600 entspräche.
Erkennen lässt sich das nur über Kohorten. Wenn du prüfst, wie viele der im Januar gewonnenen Follower im März noch da sind, und die Antwort unter 50 Prozent liegt, hast du eine Drehtür. Die Ursache ist fast immer dieselbe: Die Leute kamen über Inhalte, die nicht zum Kernthema gehören.
Wie bewertest du einen viral gelaufenen Beitrag richtig?
Nicht an der Reichweite, sondern an dem, was 8 Wochen später übrig ist. Vier Zahlen gehören zusammen. Nicht an der Reichweite, sondern an dem, was 8 Wochen später übrig ist. Vier Zahlen gehören dafür zusammen, und einzeln führt jede davon in die Irre.
Die Reichweite bei Nicht-Followern zeigt, wie viele Fremde erreicht wurden. Der Zuwachs in den folgenden Tagen zeigt, wie viele davon gefolgt sind. Der Abgang in den folgenden 8 Wochen zeigt, wie viele wieder gegangen sind. Und die Interaktionsrate danach zeigt, ob die Verbliebenen tatsächlich reagieren.
Der interessante Fall ist ein Beitrag mit hoher Reichweite und hohem Folgeabgang. Er sieht wie ein Erfolg aus und war einer — nur nicht für dein Konto. In der Rückschau hat er die Interaktionsrate gesenkt, weil die neu gewonnenen Konten nie reagieren.
Wer diesen Zusammenhang einmal gesehen hat, wählt Themen anders aus.
Welche Fehler verzerren die Auswertung?
Vier, und alle führen zu falschen Schlüssen.
Zu kurze Abstände. Wochenvergleiche messen Rauschen. Einzelne Beiträge schwanken um ein Vielfaches, Monatsdurchschnitte kaum.
Fehlender Zuwachs. Ein Abgang ohne die Gegenzahl im selben Zeitraum ist bedeutungslos. Die meisten Konten wachsen, während sie sich verlieren fühlen.
Nicht abgezogene Bereinigungen. Ein Teil jedes Verlusts sind Fake-Konten, die Meta entfernt hat. Wer sie mitzählt, sucht nach Ursachen, die es nicht gibt.
Mehrere Änderungen gleichzeitig. Wer Frequenz, Format und Uhrzeit im selben Monat ändert, weiß hinterher nicht, was gewirkt hat. Eine Änderung pro Zeitraum, sonst ist die Messung wertlos.
FAQ
5 Fragen zur fortgeschrittenen Auswertung von Abgangsdaten. 5 Fragen zur fortgeschrittenen Auswertung: wie viele Exporte eine Kohortenanalyse braucht und was eine gute Haltequote ist.
Wie viele Exporte brauche ich für eine Kohortenanalyse?
Mindestens drei, besser sechs. Mit 6 Monaten siehst du auch, ob sich die Haltequote über die Zeit verbessert.
Wie oft sollte ich exportieren?
Monatlich als Grundtakt. Zusätzliche Exporte lohnen sich rund um Kooperationen und Formatwechsel, weil sie das Zeitfenster verengen.
Kann ich das Zeitfenster auf einen Tag eingrenzen?
Nur mit täglichen Exporten, was in der Praxis niemand durchhält. Zwei bis 3 Tage sind mit gezielten Zwischenexporten erreichbar.
Zeigt Instagram selbst Kohortendaten?
Nein. Die Professional-Statistiken zeigen Zuwachs und Abgang als Zahl, aber keine Namen und keine Verweildauer einzelner Follower.
Was ist eine gute Haltequote?
Über 80 Prozent nach 2 Monaten ist gut, unter 50 Prozent deutet auf falsch gewonnene Follower hin – meist über Gewinnspiele oder themenfremde Reels.
Fang mit der Kohortenanalyse an. Sie unterscheidet echtes Wachstum von einer Drehtür, und diese Unterscheidung ändert regelmäßig die ganze Strategie.
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